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	<title>Unfallschaden Archive &#8211; Kanzlei Joachim Kerner Dortmund</title>
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		<title>Unfallschaden &#8211; Vorfinanzierung oder eigene Vollkasko nutzen?</title>
		<link>https://rechtsanwalt-kerner.de/2022/03/keine-vorfinanzierung-der-reparatur-des-unfallschadens-ueber-vollkasko/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Kerner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2022 14:59:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verkehrsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Reparatur]]></category>
		<category><![CDATA[Unfallschaden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Keine Vorfinanzierung der Reparatur des Unfallschadens über eigene Vollkasko Der Geschädigte eines Verkehrsunfalles hat nach ständiger Rechtsprechung unter dem Gesichtspunkt der Schadensminderungspflicht alles Zumutbare zu tun, um durch geeignete &#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://rechtsanwalt-kerner.de/2022/03/keine-vorfinanzierung-der-reparatur-des-unfallschadens-ueber-vollkasko/">Unfallschaden &#8211; Vorfinanzierung oder eigene Vollkasko nutzen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://rechtsanwalt-kerner.de">Kanzlei Joachim Kerner Dortmund</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4>Keine Vorfinanzierung der Reparatur des Unfallschadens über eigene Vollkasko</h4>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;">Der Geschädigte eines <strong>Verkehrsunfalles</strong> hat nach ständiger Rechtsprechung unter dem Gesichtspunkt der <strong>Schadensminderungspflicht</strong> alles Zumutbare zu tun, um durch geeignete Maßnahmen den Schaden möglichst gering zu halten. Tut er dies nicht, trifft ihn ein <strong>Mitverschulden</strong> am Schadenseintritt gemäß <strong>§ 254 Abs. 2 BGB</strong>. Seine <strong>Schadensersatzansprüche</strong> reduzieren sich um einen entsprechenden Anteil.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;">In diesem Zusammenhang stellt sich in der Praxis häufig die Frage, ob der Geschädigte eine <strong>Reparatur</strong> <strong>vorfinanzieren</strong> muss, z.B. durch Inanspruchnahme der eigenen <strong>Vollkaskoversicherung</strong>, um die Schadensposition <strong>Nutzungsausfall</strong> möglichst gering zu halten.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;">Diese Frage war in der Vergangenheit durchaus umstritten, auch wenn ein Großteil der obergerichtlichen Rechtsprechung eine solche Pflicht des Geschädigten ablehnte ( vgl. z.B. <a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20M%FCnchen&amp;Datum=27.05.2020&amp;Aktenzeichen=10%20U%206795/19" target="_blank" rel="noopener">Urteil des <strong>OLG München</strong> vom 27.05.2020 – <strong>10 U 6795/19</strong> </a>).</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;">Hier hat der <strong>BGH</strong> nun mit Urteil vom 17.11.2020 ( <a href="https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;az=VI%20ZR%20569/19&amp;nr=113980" target="_blank" rel="noopener"><strong>VI ZR 569/19</strong></a> ) ein Grundsatzurteil zu Gunsten des Geschädigten getroffen.</span></p>
<h3><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><u>Sachverhalt sowie Instanzengang: </u></span></h3>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;">Am 16. Februar 2017 verunfallte die Klägerin. Die<strong> Haftung</strong> der Gegenseite ist <strong>unstreitig</strong>. Noch am Unfalltag gab die Klägerin ein<strong> Sachverständigengutachten</strong> in Auftrag, welches bereits am Folgetag vorlag. Mit <strong>Anwaltsschreiben</strong> aus März 2017 wies die Klägerin die Beklagte darauf hin, dass sie aufgrund ihrer<strong> finanziellen</strong> <strong>Verhältnisse</strong> nicht in der Lage sei, die erforderliche Fahrzeugreparatur <strong>vorzufinanzieren</strong>. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;">Im Rahmen der<strong> vorgerichtlichen Schadensabwicklung</strong> zahlte die Beklagte <strong>Nutzungsausfall</strong> für 15 Tage ( 10 Tage Reparaturdauer + 2 Tage Beauftragung und Erstellung Sachverständigengutachten + 3 Tage Überlegungsfrist ).</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;">Die Klägerin begehrte dagegen weitere 27 Tage <strong>Nutzungsausfall</strong> ( = 16.02.-29.03.2017 = 42 Tage abzüglich 15 regulierte Tage ).</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;">Die Klage wurde im März 2019 in 1. Instanz vom<strong> Amtsgericht Berlin-Mitte</strong> und in 2. Instanz im November 2019 vom <strong>Landgericht Berlin</strong> zurück gewiesen. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;">Das Landgericht argumentierte, die Klägerin habe gegen ihre <strong>Schadensminderungspflicht</strong> verstoßen. Sie hätte ihre <strong>Vollkaskoversicherung</strong> in Anspruch nehmen müssen.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;">Die vom LG zugelassene<strong> Revision</strong> der Klägerin beim <strong>BGH</strong> hatte dann Erfolg.</span></p>
<h3><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><u>Die Entscheidungsgründe:</u></span></h3>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;">Der <strong>BGH</strong> argumentierte, dass sich aus der Schadensminderungspflicht <strong>keine Verpflichtung</strong> des Geschädigten ergäbe, seine <strong>Vollkaskoversicherung in Anspruch</strong> zu nehmen. Grund hierfür sei, dass der Geschädigte über das Argument der Schadensminderungspflicht <strong>nicht zu einer Vorfinanzierung</strong> der Schadensbehebung verpflichtet werden könne. Auch der Umstand, dass der Schädiger später verpflichtet sei, den Geschädigten vom <strong>Rückstufungsschaden</strong> bei der Versicherung frei zu stellen, könne diese Sichtweise nicht ändern. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;">Dies könne nämlich dazu führen, dass der Geschädigte später eine <strong>Feststellungsklage</strong> erheben müsse, um eben diesen Schaden geltend zu machen ( <strong>Zusatz des Verfassers:</strong> <strong>Prämienschäden</strong> können wegen der sich fortlaufend ändernden <strong>Regional- und Fahrzeugklassen</strong> der Kfz-Versicherungen <strong>nur jedes Jahr neu berechnet</strong> und dann eingefordert werden.<strong> Unfallschäden verjähren nach 3 Jahren</strong>. Verzichtet hier der gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherer nicht darüber hinaus auf die<strong> Einrede der Verjährung</strong>, muss der Geschädigte eine <strong>Feststellungsklage</strong> dahingehend erheben, dass der Schädiger und seine Versicherung auch in der Zukunft eintretende Schäden zu ersetzen haben. ). Dies sei dem Geschädigten aber nicht zuzumuten. </span></p>
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